Das Drachenboot – im Altnordischen Drakkar genannt – ist eines der bekanntesten Symbole der Wikingerzeit. Der Begriff taucht früh auf, wenn von ihren Reisen, Plünderzügen oder Handelswegen die Rede ist. Das lange, schmale Langschiff war mehr als nur ein Transportmittel. Es war ein Ausdruck von Macht, Handwerk und Gemeinschaft.
Was ist ein Drachenboot?
Ein Drachenboot ist ein schlank gebautes, langgezogenes Schiff der nordischen Völker. Der Name kommt von den geschnitzten Drachen- oder Schlangenköpfen, die oft am Bug befestigt waren. Sie sollten Feinde einschüchtern und böse Geister fernhalten.
Durch seine leichte Bauweise konnte das Schiff auch über Land getragen werden, was den Wikingern strategische Vorteile brachte.
Warum waren Drakkar so schnell?
Der entscheidende Punkt: das Zusammenspiel aus schmalem Rumpf, geringem Tiefgang und vielen Ruderern.
Die Schiffe glitten förmlich über das Wasser. Auch die Segel – meist aus Wolle gefertigt – gaben enorme Geschwindigkeit.
Flüsse, Küsten, offene See: Ein einziges Schiff konnte all das bewältigen.
Wie wurden Drachenboote gebaut?
Die nordischen Schiffsbauer nutzten überwiegend Eichenholz. Die Planken wurden überlappend (Klinkerbauweise) angebracht.
Diese Technik machte die Boote flexibel und zugleich stabil.
Ruderbänke, Mast, ein einziges großes Rahsegel – mehr brauchte es nicht, um ein funktionales Kriegs- und Handelsschiff zu schaffen.
Welche Arten von Langschiffen gab es?
Es gab nicht nur ein Modell. Verschiedene Schiffstypen dienten unterschiedlichen Zwecken:
| Schiffstyp | Bedeutung | Einsatzgebiet |
|---|---|---|
| Drakkar | Kriegsschiff mit Drachenkopf | Raubzüge, schnelle Angriffe |
| Skeid | Lang, sehr schnell | Große Flotten, weite Reisen |
| Snekkja | Leichter, schmaler Typ | Kundschafter, Küstenangriffe |
| Karve | Breiter, stabiler | Transport, Handel, Siedlerfahrten |
Welche Rolle spielte das Langschiff in der Kultur?
Drachenboote standen für Mut, Freiheit und die Fähigkeit, Grenzen zu überwinden.
Sie waren auch in Ritualen wichtig: Man kennt Schiffsetzungen aus Steinen, Grabbeigaben und Beschreibungen von Schiffsbestattungen.
Das Schiff war Symbol und Werkzeug zugleich – ein Bindeglied zwischen den Welten.
Warum nennt man sie Drakkar?
Der moderne Begriff Drakkar ist historisch nicht altnordisch belegt, wurde aber im 19. Jahrhundert populär.
Die Wikinger selbst verwendeten eher Begriffe wie Langskip, Skeið, Snekkja oder Karfi.
Trotzdem hat sich "Drakkar" im Sprachgebrauch gehalten – wegen des ikonischen Drachenkopfes.
Berühmte Funde
Einige der wichtigsten archäologischen Funde, die ein genaues Bild der Schiffe liefern:
- Oseberg-Schiff (Norwegen, 820 n. Chr.): reich verziertes Prunkschiff
- Gokstad-Schiff (Norwegen, ca. 900 n. Chr.): robust, reisetauglich
- Tune-Schiff (Norwegen): frühes, gut erhaltenes Langschiff
Sie zeigen: Die Schiffsbauer waren Meister ihrer Zeit.